KURS-INFORMATIONEN

zur Vorlesung

Gliederung


 
Termine Thema Meier-Ullrich Vollhardt-Schore
Mai
2, 4
 
 

Struktur organischer Moleküle und intermolekulare Wechselwirkungen 

1

1
9, 11 
 
 
Einführung in Reaktionen organischer Moleküle, Kinetik, Acidität/Basizität, Mechanismen  2 3
16, 18 
 
 
Alkane und deren Reaktionen, Nomenklatur, Stereochemie  2,4,5 
23, 25, 30
Juni
6, 8
 
Alkene, Haloalkane, Aromaten & deren Reaktionen 4,5,6 6,7,11,12
13, 15
 
Alkohole und Ether und deren Reaktionen 7 8,9
27, 29
 
Aldehyde und Ketone 8 17,18
Juli
4, 6, 11
 
 

Carbonsäuren, Carbonsäure-Derivate und deren Reaktionen

9

19,20
13, 18
 
Amine und Thiole 10,11 21
20, 25, 27 Lipide, Zucker, Aminosäuren, Nucleinsäuren und Biomakromoleküle 12, 13 24,25,26

 

Vorgedanken zu diesem Kurs

"Structure determines reactivity" ist ein Grundprinzip, das man in der Chemie bereits früh lernt. Wie nun ist dieses Prinzip auf die komplexen Moleküle der organischen Chemie, die als Arzneimittel, Detergentien und Kunststoffe ebenso wichtig sind wie als Grundbausteine aller Organismen, anzuwenden? Dieser Kurs soll erste Antworten auf diese Frage liefern. Dazu bedient er sich der Formelsprache der Organiker, eine Sprache, die noch internationaler als Englisch ist und sich trotz ihrer extremen Schlichtheit als eines der erfolgreichsten Konzepte der Menschheitsgeschichte erwiesen hat. Am Ende diese Kurses sollte jede(r) von Ihnen im Holz Ihrer Bank mehr als ein paar chemisch undefinierte Fasern sehen, für eine einfachen Mischung eine Reaktion voraussagen können und aus einer Formel ablesen können, in welchen Lösungsmitteln sich eine Verbindung wahrscheinlich löst. Dazu möchte ich einen Wahlspruch ausgeben: "think chemically". Bitte machen Sie es sich zur Angewohnheit, ihre Umgebung organisch-chemisch zu hinterfragen, einen Stift und ein Blatt Paper hervorzunehmen und Gedanken, Strukturen und Reaktionen aufzuschreiben. Häufig sagen Nicht-Organiker "Organic chemists can explain any result", weil in der organischen Chemie Verbindungen bearbeitet werden, die so komplex sind, dass man Reaktionsgeschwindigkeiten, Ausbeuten, etc. nicht mehr mathematisch genau berechnen kann. Deshalb gibt es nur Regeln und "Effekte", so daß über das Verständnis hinaus viel Erfahrung notwendig ist. Diese Erfahrung bekommen Sie nur, wenn Sie sich so häufig wie möglich mit organisch-chemischen Fragen befassen. Die organische Chemie nimmt eine Mittelstellung zwischen Physik (wo Phänomene häufig exakt berechnet werden können) und der Biochemie und Biologie, wo häufig Zusammenhänge noch auf dem Niveau von "Cartoons" dargestellt werden müssen, da sie sich gegenwärtig noch nicht mit atomarer Auflösung aufklären lassen. Sie bleibt damit immer noch ein wenig eine Kunst oder ein Handwerk, das man nur durch Erfahrung zur Blüte bringt. Lernen Sie, eine organische Verbindung anzusprechen!

Der erste Teil der Veranstaltung (OC 1) konzentriert sich auf die Vorstellung von Substanzklassen und deren wichtigsten Eigenschaften und Reaktivität, während die zweite Veranstaltung (OC 2), komplexere Reaktionsmechanismen und die Syntheseplanung detailliert behandelt. Viel Spaß!