KURS-INFORMATIONEN

zur Vorlesung

Organische Chemie I

im Sommersemester 2003


Allgemeine Informationen

Dozent:    Prof. Clemens Richert, Raum 211, Institut für Organische Chemie

Sprechstunde:     Mittwochs 10:00-12:00 Uhr (bitte in die Voranmeldungsliste an Raum 211 eintragen) oder nach Vereinbarung (Termin über Frau Sommer-Merker)

Empfohlene Lehrbücher:
1. K.P.C. Vollhardt, N.E. Schore, Organic Chemistry, 3rd Edition, W.H.
     Freeman & Company, New York: 1999
 2. K.P.C. Vollhardt, N.E. Schore, (Übersetzung von H. Butenschön)
     Organische Chemie, 3. Auflage, Wiley-VCH, Weinheim: 2000

Vorlesungs-Raum:  Criegee Hörsaal, wenn nicht anders angegeben

Homepage:   http://chip.chemie.uni-stuttgart.de/OC1_2003/index.html
 

Vorlesungstermine
jeweils Dienstags: 8:00 - 9:30 Uhr  und  Donnerstags: 8:45 - 9:30 Uhr.

               Dienstage       Donnerstage
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April       29

Mai                                 - *
                 6                      8
               13                    15
               20                    22
               27                    - #

Juni         3                      5
               10                    12
               17                    - §
               24                    26

Juli         1                      3
                8                    10
               15                   17
               22                   24
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* am 1. Mai ist Maifeiertag
# am 29. Mai ist Christi Himmelfahrt
§ am 19. Juni ist Fronleichnam
 

Klausur:  Am Ende der Vorlesung wird die fünfte Klausur des OC-Grundpraktikums für Chemiestudenten abgehalten und gleichzeitig eine Klausur zum OC-Grundpraktikum für Biologiestudenten angeboten.

"Student Council":  Am Ende der letzten Vorlesung der Monate Mai, Juni und Juli sind Sie eingeladen, mit mir über die Vorlesung zu diskutieren und Anregungen und Kritik anzubringen.
 

Gliederung

Termin Thema Kapitel in Vollhardt/Schore
April
29 Struktur organischer Moleküle und intermolekulare Wechselwirkungen 1
Mai
6 Struktur organischer Moleküle und intermolekulare Wechselwirkungen (II)  1
8, 13 Einführung in Reaktionen organischer Moleküle; Kinetik, Acidität/Basizität, Mechanismen 3
15, 20 Alkane und deren Reaktionen, Nomenklatur und Stereochemie  2,4,5
22, 27 Alkene, Halogenalkane 6,7,11,12
Juni
3 Alkene, Halogenalkane (II) 6,7,11,12
5, 10 Aromaten  15,16
12, 17 Alkohole und Ether und deren Reaktionen 8,9
24, 26 Aldehyde und Ketone 17,18
Juli
1, 3 Carbonsäuren, Carbonsäure-Derivate 19,20
8, 10 Amine und Thiole  21
15, 17 Lipide, Zucker, Aminosäuren 24, 26
22 Nucleinsäuren und Biomakromoleküle 26
24 Klausur -
 
 

Vorgedanken zu diesem Kurs
"Structure determines reactivity" ist ein Grundprinzip, das man in der Chemie bereits früh lernt.  Wie nun ist dieses Prinzip auf die komplexen Moleküle der organischen Chemie, die als Arzneimittel, Detergentien und Kunststoffe ebenso wichtig sind wie als Grundbausteine aller Organismen, anzuwenden?  Dieser Kurs soll erste Antworten auf diese Frage liefern.  Dazu bedient er sich der Formelsprache der Organiker, einer Sprache, die noch internationaler als Englisch ist und sich trotz ihrer extremen Schlichtheit als eines der erfolgreichsten Konzepte der Menschheitsgeschichte erwiesen hat.  Am Ende diese Kurses sollte jede(r) von Ihnen im Holz Ihrer Bank mehr als ein paar chemisch undefinierte Fasern sehen, für eine einfachen Mischung eine Reaktion voraussagen können und aus einer Formel ablesen können, in welchen Lösungsmitteln sich eine Verbindung wahrscheinlich löst.  Dazu möchte ich einen Wahlspruch ausgeben: "think chemically".  Bitte machen Sie es sich zur Angewohnheit, ihre Umgebung organisch-chemisch zu hinterfragen, einen Stift und ein Blatt Paper hervorzunehmen und Gedanken, Strukturen und Reaktionen aufzuschreiben.  Häufig sagen Nicht-Organiker "Organic chemists can explain any result", weil in der organischen Chemie Verbindungen bearbeitet werden, die so komplex sind, dass man Reaktionsgeschwindigkeiten, Ausbeuten, etc. nicht mehr mathematisch genau berechnen kann.  Deshalb gibt es nur Regeln und "Effekte", so daß über das Verständnis hinaus viel Erfahrung notwendig ist.  Diese Erfahrung bekommen Sie nur, wenn Sie sich so häufig wie möglich mit organisch-chemischen Fragen befassen.  Die organische Chemie nimmt eine Mittelstellung zwischen Physik (wo Phänomene häufig exakt berechnet werden können) und der Biochemie und Biologie, wo häufig Zusammenhänge noch auf dem Niveau von "Cartoons" dargestellt werden müssen, da sie sich gegenwärtig noch nicht mit atomarer Auflösung aufklären lassen.  Sie bleibt damit immer noch ein wenig eine Kunst oder ein Handwerk, das man nur durch Erfahrung zur Blüte bringt.  Lernen Sie, eine organische Verbindung anzusprechen!
Der erste Teil der Veranstaltung (OC 1) konzentriert sich auf die Vorstellung von Substanzklassen und deren wichtigsten Eigenschaften und Reaktivität, während die zweite Veranstaltung (OC 2), komplexere Reaktionsmechanismen und die Syntheseplanung detaillierter behandelt.  Viel Spaß!